Die Vollfinanzierung als eine Variante der Baufinanzierung

Die meisten Fachleute raten bei einer geplanten Baufinanzierung dazu, dass man zumindest etwas Eigenkapital mit in die Finanzierung einbringen sollte. Somit raten die meisten Fachleute von einer so genannten Vollfinanzierung ab. Eine Vollfinanzierung würde beinhalten, dass man kein Eigenkapital und keine Eigenleistung mit in die Gesamtfinanzierung einbringen würde. Das bedeutet übrigens nicht zwangsläufig, auch wenn dieses seitens einiger Banken gerne so dargestellt wird, dass der Kreditnehmer über keine Eigenmittel verfügt. Denn selbstverständlich kann man bei einer Vollfinanzierung trotzdem Kapitalguthaben besitzen, nur dass man diese eben nicht in die geplante Finanzierung einfließen lässt, weil man zum Beispiel Rücklagen für Notfälle besitzen möchte. Dennoch hat eine Vollfinanzierung für den Kreditnehmer auch objektiv betrachtet einige Nachteile.

Die Nachteil der Baufinanzierung mit 100% Fremdkapital


Für den Kreditnehmer gilt es bei einer Vollfinanzierung einige Nachteile zu beachten. Der erste Nachteil besteht darin, dass die Baufinanzierung mit 100 Prozent Fremdkapital insgesamt teurer ist, als wenn man Eigenkapital mit einbringen würde. Dieses „teuer“ bezieht sich dabei auf den höheren Zinssatz, welchen die kreditgebende Bank zumindest für einen Teil des Gesamtdarlehens veranschlagen wird. Der Zinssatz ist deshalb höher als bei einer Teilfinanzierung, weil die Bank mit der Grundschuld einen nicht so hohen Anteil ihrer Forderung absichern kann, als wenn nur ein Teil der Gesamtkosten finanziert würde. Daher ist das Ausfallrisiko für die Bank zumindest statistisch betrachtet bei einer durchgeführten Vollfinanzierung höher. Ein weiterer Nachteil für den Kunden ist, dass die monatliche Kreditrate natürlich umso höher wird, desto größer der Anteil an den Gesamtkosten ist, der durch fremde Mittel finanziert werden muss. Wenn man demnach überlegt, ob man vorhandenes Guthaben mit in die Baufinanzierung einfließen lassen soll oder nicht, ist es durchaus sinnvoll, zumindest einen Teil als Eigenkapital mit einzubringen.

Wie verändert sich die Rate bei der Vollfinanzierung – Ein Rechenbeispiel


Ein angesprochener Grund gegen eine Vollfinanzierung ist die höhere Kreditrate, die monatlich natürlich mitunter auch zu einer Belastung in der Hinsicht führen kann, als dass die Rate irgendwann nicht mehr tragbar wird, weil vielleicht zu „eng“ kalkuliert wurde. Wie sich die Rate bei einer Vollfinanzierung im Vergleich zu einer Teilfinanzierung verändert, kann an einem Beispiel verdeutlicht werden. Angenommen, man muss im Zuge einer Baufinanzierung insgesamt 200.000 Euro an Kosten finanzieren, und zwar zu einem Zinssatz von fünf Prozent und einer Anfangstilgung von einem Prozent. Bei der Vollfinanzierung (200.000 Euro Darlehenssumme) würde das zu einer monatlichen Rate von exakt 1.000 Euro führen. Würde man hingegen eine Teilfinanzierung vornehmen, weil man beispielsweise 30.000 Euro an Eigenkapital mit einbringen kann und demnach nur noch 170.000 Euro fremd finanziert werden müssten, so läge die Monatsrate um 150 Euro niedriger, nämlich bei 850 Euro – ein sicherlich nicht unerheblicher Unterschied.