Das Endfällige Darlehen

Auch ein endfälliges Darlehen wird im Bereich der Baufinanzierung verwendet und zählt zu den Hypothekendarlehen. Das endfällige Darlehen wird zwar nicht so häufig genutzt wie das Annuitätendarlehen, rein objektiv betrachtet ist das allerdings nicht ganz nachvollziehbar, denn das endfällige Darlehen hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Annuitätendarlehen, nämlich dass man seine Finanzierung insgesamt im Durchschnitt schneller abschließen kann, als es beim Annuitätendarlehen der Fall ist. Um das etwas besser verstehen zu können, muss man natürlich wissen, wie ein endfälliges Darlehen funktioniert und was dieses beinhaltet. Wie man vom Namen her bereits ableiten kann, ist das Darlehen erst am Ende (der Laufzeit) fällig, und dann komplett mit der gesamten Darlehenssumme, denn zuvor findet keine Tilgung wie beim Annuitätendarlehen statt.

Es gibt also beim endfälligen Darlehen in dem Sinne keine Annuität, sondern die Kreditrate besteht ausschließlich aus dem Zinsanteil. Der Kreditnehmer zahlt also nur die Zinsen, die Tilgung wird bis zur Fälligkeit des Darlehens ausgesetzt. Doch was geschieht nun mit dem Kapital, welches der Kreditnehmer "eigentlich" für die Tilgung des Darlehens verwenden würde ? Das Kapital, welches beim Annuitätendarlehen für die monatliche Tilgung des Kredites zur Verfügung steht, muss dem Kreditnehmer natürlich auch beim endfälligen Darlehen zur Verfügung stehen. Nur fließt dieses Kapital eben nicht direkt als Tilgung in das Darlehen zurück, sondern das Kapital wird als monatliche Sparrate im Rahmen eines Sparvertrags renditebringend angesammelt. Dieses kann in der Praxis bedeuten, dass der Kreditnehmer zum Beispiel einen Betrag von monatlich 300 Euro in eine Kapitallebensversicherung einzahlt. Alternativ können natürlich auch ein Fondssparvertrag oder ein Bausparvertrag genutzt werden. Für welche Art von Sparvertrag man sich auch entscheidet – wichtig ist in dem Zusammenhang nur, dass das zur Tilgung benötigte Kapital gewinnbringend angelegt wird. Ferner muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der gewählte Sparvertrag spätestens dann fällig ist, wenn auch das endfällige Darlehen seine Laufzeit beendet. Das dann angesparte Kapital muss dann in der Regel von der Summe her mindestens genauso groß sein, wie das aufgenommene Darlehen, da dieses eben bei Fälligkeit komplett getilgt werden muss.

Was ist nun aber der eigentliche Vorteil des endfälligen Darlehens gegenüber dem häufiger genutzten Annuitätendarlehen ? Die Rechnung ist hier in den meisten Fällen recht einfach und der Vergleich fällt auch eindeutig aus: In der Regel hat man durch die Einzahlung des Kapitals in einen Sparvertrag aufgrund der so zu erhaltenden Rendite in Form von Zinsen oder Kursgewinnen (bei Fonds) schneller das benötigte Kapital zu Tilgung des Darlehens zusammen, als wenn man die Tilgung fortlaufend wie beim Annuitätendarlehen vornehmen würde. Auf einen Nenner gebracht bedeutet das, die Rendite beim Sparvertrag ist meistens höher als der Mehraufwand ist Form der Zinsen, den man natürlich dadurch hat, dass keine Tilgungsverrechnung erfolgt. Dadurch, dass das endfällige Darlehen nicht kontinuierlich getilgt wird, werden die Zinsen natürlich immer auf der Basis des aufgenommenen Kreditbetrages berechnet. Man zahlt in der Summe also deutlich mehr Zinsen als beim Annuitätendarlehen, was aber eben durch die Rendite des Sparvertrages in der Regel mehr als wett gemacht wird. Gerne wird das endfällige Darlehen im Rahmen der Baufinanzierung auch mit einem Bausparvertrag kombiniert.