Investition in Rohstoffe
Rohstofffonds investieren in die Rohstoffassets selbst oder in die Produzenten von Rohstoffen, also vorrangig in Minenaktien. Dabei werden die Fonds in der Regel thematisch aufgelegt, wobei es reine Gold-, Öl-, Holz- oder Nahrungsmittelfonds gibt, häufiger aber die Rohstoffe diversifiziert werden. Ein
Edelmetallfonds setzt dann zum Beispiel auf Gold und Silber, ein Holzfonds auf verschiedene Holzarten. Grundlegend enthält ein Fonds verschiedene Werte, nur so ist eine Risikostreuung möglich. Damit unterscheiden sich Rohstofffonds vom Einzelinvestment in einen Wert wie Gold, der nur den Spotpreis des Goldes handelt, wozu derivate Anlageprodukte genutzt werden können. Es gibt zwar auch reine Goldfonds, aber selbst diese diversifizieren zum Beispiel in den Spotpreis, in Minenaktion und in Barren. Hier geht es zum aktuellen Goldpreis in Euro und der
Kursentwicklung des Edelmetalls in der Vergangenheit.
Chancen und Risiken von Rohstofffonds
Rohstoffe unterliegen wie alle Assets (Anlageklassen) einer schwer zu prognostizierenden Entwicklung, sie können exorbitant steigen wie das Gold seit Beginn der 2000er Jahre, sie können auch durch negative konjunkturelle Entwicklungen im Preis fallen. Das ist häufig bei Industrierohstoffen zu beobachten, die je nach Wirtschaftsaufschwung nachgefragt werden oder nicht. In einigen Fällen stößt gar die Investition in Rohstofffonds auf moralische Bedenken, nämlich bei Nahrungsmitteln wie Getreide. Hier unterstellt man (teilweise zu Recht) eine spekulationsgetriebene Preisentwicklung, die in unterentwickelten Ländern tatsächlich zur Verknappung von Nahrungsmitteln führen kann. Festzuhalten ist in jedem Fall, dass die Preisentwicklung von Rohstoffen rational nicht immer zu begründen ist, dass aber eine Investition in einen gut gemanagten Rohstofffonds allemal sicherer ausfällt als die private Spekulation auf einen bestimmten Wert. Die Fondsmanager versuchen, durch eine breite Streuung des Investments eine relativ gleichmäßige Entwicklung zu realisieren. Wenn einem Fonds Minenaktien beigemischt sind, so stellt das in jedem Fall ein hochspekulatives Investment dar, denn die Neu-Exploration von Rohstoffen kann völlig scheitern, sie kann sich aber auch als Goldgrube herausstellen. Gute Fondsmanager nehmen so eine Risikobeimischung daher behutsam vor.
Auswahl von Rohstofffonds
Anleger, die sich mit der Materie beschäftigen, können durchaus nach bestimmten Rohstoffen auswählen, wenn sie beispielsweise der Meinung sind, dass Edelmetalle noch weiter im Preis steigen müssten. Wer sich so viel Urteilsvermögen nicht zutraut, ist gut beraten, auf das Fondsmanagement zu vertrauen. Erfahrene Fondsmanager und Fondsgesellschaften erwirtschaften seit Jahren eine hohe Performance, darauf können Anleger auch bei Rohstofffonds vertrauen. Fondsanteile werden als Exchange Traded Funds (ETF) oder - speziell auf Rohstoffe bezogen - Exchange Trades Commodities (ETC) gehandelt, auch als Zertifikat auf einen Rohstoff-Index oder als klassischer Fondsanteil, was in der Regel ein höheres, meist fünfstelliges Investment voraussetzt. Privatanlegern, die neu auf dem Gebiet der Rohstofffonds investieren möchten, seien ETFs (ETCs) empfohlen, bei denen nur Gebühren entstehen, wenn der Fonds in seiner Zusammensetzung geändert wird. Während bei klassischen Fonds eine Gebühr von regelmäßig rund drei bis sechs Prozent verlangt wird, kann diese bei ETFs mit 0,2 bis 0,4 Prozent sehr niedrig ausfallen. Auch sind ETFs beziehungsweise ETCs in kleinen Stückzahlen (ab einem Stück zum Beispiel für 10, 20 oder 50 Euro) zu beziehen, sodass ein Investment auch mit sehr wenig Geld möglich ist.