Margin Call

Ein ganz entscheidendes Instrument, welches beim Forex Trading zu einer gewissen "Sicherheit" für den Anleger beiträgt, ist der so genannte Margin Call, der eng in Verbindung mit dem eingesetzten Margin steht. Um die Bedeutung des Margin Calls zu erläutern, bietet sich zunächst ein Rückblick auf den Forex Handel noch vor etwa zehn Jahren und länger zurück liegend an. Damals war es so, dass es die so genannte Nachschusspflicht gab. Diese beinhaltete, dass der Kunde zunächst ein bestimmtes Margin als eine Sicherheit hinterlegen musste, wie es auch heute noch üblich ist. Wenn dieses Margin jedoch nicht mehr ausreichte, weil der zwischenzeitliche Verlust in Prozent höher als das Margin war, dann musste der Anleger für zusätzliche Deckung sorgen, also das Margin erhöhen. Wenn man nun beispielsweise 200 Euro als Margin (gefordert: zwei Prozent) zur Deckung einer Devisenposition in US-Dollar hinterlegt hatte, der Dollar jedoch drei Prozent gefallen ist, so musste man mindestens ein weitere Prozent an Margin "nachschießen", also im Beispiel 50 Euro, damit die Sicherheitsleistung weiterhin ausreicht. Im Endeffekt führte diese Nachschusspflicht also dazu, dass der Anleger nicht selten mehr Geld verloren hat, als er ursprünglich investieren wollte. Der Verlust war demnach mitunter höher als ein Totalverlust.

Der Margin Call als Sicherungsmechanismus


Heute ist es beim Forex Trading am Forex Markt nicht mehr möglich, dass der Anleger mehr als das eingesetzte Kapital verlieren kann. Und zwar sorgt dafür der Margin Call bzw. das automatische Schließen einer Position seitens des Forex Brokers, falls auf den Margin Call keine Reaktion des Anlegers erfolgt. Der Margin Call ist eine Art Forex Alarm bzw. ein Warnsignal, dass das hinterlegte Margin zum Zeitpunkt des Margin Calls gerade noch ausreicht, um die bisherigen Verluste abzudecken, die Position aber bei weiteren minimalen Kursverlusten geschlossen würde, was einen Totalverlust für den Anleger nach sich ziehen würde. Erhält der Trader einen solchen Margin Call, hat er zwei Möglichkeiten. Zum einen kann er das Margin erhöhen, sodass wieder eine Deckung für etwaige weitere Verluste besteht und die Position nicht geschlossen werden muss. Der Totalverlust kann somit zunächst einmal vermieden werden, bis vielleicht zum nächsten Margin Call bei weiteren Verlusten. Zum anderen kann der Anleger den Margin Call auch ignorieren, allerdings wird die Position dann sofort geschlossen, was einen Totalverlust bedeutet. Das passiert übrigens auch dann, wenn man den Margin Call nicht mitbekommt, weil man vielleicht gerade nicht am PC ist.

Margin Call – Ignorieren oder Margin erhöhen?


Eine der am schwersten zu beantwortenden Fragen beim Forex Handel ist sicherlich die Frage danach, ob man als Anleger nach einem erfolgten Margin Call das Margin aufstocken soll, oder ob man den Totalverlust in Kauf nimmt und die Position schließen lässt. Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht, weil natürlich nicht bekannt ist, wie sich die jeweilige Währung, um die es bei dem Margin Call im Bezug auf die Bestandsposition geht, in der Zukunft vom Kursverlauf her verhalten wird. So kann es nach einem Margin Call sein, dass der Verlust nur vorübergehend war, und der Kurs der Währung wieder steigt. In dem Fall wäre es die richtige Entscheidung gewesen, das Margin zu erhöhen. Sollte der Kurs der Währung jedoch nach dem Margin Call noch weiter fallen, wäre es eher die richtige Entscheidung gewesen, die Position schließen zu lassen, um noch höhere Verluste zu vermeiden. Im Prinzip sollte man die Entscheidung, ob man auf den Margin Call reagiert oder diesen ignoriert davon abhängig machen, ob man weiterhin an mögliche Kurssteigerungen glaubt oder nicht.