Günstige Angebote

Was die Höhe der Beiträge angeht, so gibt es bei den privaten Krankenversicherern eine enorm große Spannweite. Während sich einige Verbraucher dort zu besonders günstigen Konditionen versichern können, wie zum Beispiel Beamte oder Studenten, und demzufolge mitunter einen Beitrag von unter 100 Euro zahlen müssen, gibt es auch Versicherte, die einen Beitrag von 500 Euro oder mehr zahlen. Natürlich ist in dem Zusammenhang auch stets entscheidend, welchen Versicherungsumfang (Tarif) man wählt, aber dennoch sind die Unterschiede groß. Es gibt jedoch immer wieder Angebote, sei es in Zeitungsannoncen oder in anderen Medien, verstärkt natürlich auch im Internet, im Zuge derer eine PKV für unter 100 Euro angeboten wird, und zwar für den „Normalversicherten“, und nicht nur für eine bestimmte Versichertengruppe wie Studenten oder Beamte. Gerade wenn man selbst vielleicht einen Beitrag von durchschnittlich 300 oder 400 Euro im Monat zahlen muss fragt man sich natürlich, wie solche niedrigen Beiträge zustande kommen können bzw. was genau dahinter steckt.

Die „Eckdaten“ der sehr günstigen PKV Angebote


Immer häufiger findet man im PKV-Bereich auch Angebote wie „Nur 59,90 Euro Krankenversicherungsbeitrag im Monat“. Schaut man sich diese Angebote dann aber im Detail an, so wird man sehr schnell feststellen, dass nur ein geringer Anteil der potenziellen Versicherten überhaupt die Bedingungen erfüllt, welche als Grundlage zur Berechnung dieses günstigen Beitrages gedient haben. Zunächst einmal ist der angebotene Beitrag unter 60 Euro meistens lediglich der Arbeitnehmeranteil. Es wird also vorausgesetzt, dass der Versicherte ein Arbeitnehmer ist, dessen Bruttoeinkommen eben über der Versicherungspflichtgrenze gibt, und der sich deshalb privat krankenversichern kann. Der Arbeitgeber würde demnach knapp die Hälfte des Beitrages übernehmen. Der Rückschluss sieht allerdings dann so aus, dass alle übrigen Versicherten, also vor allem Selbständige und Freiberufler, etwa den doppelten Beitrag zahlen müssen, da diese Versichertengruppe den Beitrag vollständig selbst zahlen muss.

Statistische Werte als Grundlage des günstigen Angebotes


Es gibt aber noch weitere Aspekte, die zur Erstellung solcher günstigen Angebote als Grundlage dienen, im Praxisalltag jedoch eher selten zum Tragen kommen. Abgesehen vom bereits angesprochenen „Arbeitnehmeranteil“ ist es bei Angeboten wie 60 Euro monatlich für eine PKV zu zahlen so, dass auch der Versicherte selbst hier praktisch den Idealvorstellungen des Versicherers entsprechen muss. Das bedeutet, der Versicherte ist in einem Alter zwischen 20 und 25 Jahren, vorzugsweise männlich, hat einen sehr guten Gesundheitszustand und bislang keinerlei Vorerkrankungen, und entscheidet sich zudem für einen Tarif, der lediglich die Grundleistungen der Gesundheitsversorgung beinhaltet, also im Prinzip für den Basistarif. Die meisten Personen versichern sich jedoch gerade deshalb privat, weil sie eben mehr Leistungen als in der GKV nutzen möchten, sodass der Basistarif hier sicherlich nicht die beste Alternative ist. Nur wenn alle diese genannten Kriterien „übereinstimmen“ hat man eine Chance, den angebotenen Beitrag von rund 60 Euro monatlich in der Realität wirklich erreichen zu können, was insgesamt relativ selten so sein dürfte.