Die Bonität
Die Bonität des Kreditnehmers spielt im Finanzierungsbereich für die Banken natürlich eine große Rolle, aber auch der Kreditnehmer selber kann von einer guten Bonität durchaus profitieren. Die Prüfung der Bonität ist im Finanzierungsbereich also gleichzusetzen mit einer Prüfung der Kreditwürdigkeit, die im Grunde von jeder Bank in Deutschland vor der Genehmigung eines Darlehens durchgeführt wird. Die Bonität als solche kann man in zwei große Bereiche unterteilen, nämlich in die materielle Bonität auf der einen Seite und in die persönliche Bonität auf der anderen Seite. Beide Faktoren finden sich in der Prüfung durch die Banken wieder. Generell beschreibt die Bonität das Ausmaß der Fähigkeit, einen Kredit zurückzahlen zu können. Dem Kreditgeber stehen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung, mit welchen er sich eine Übersicht über die Bonität des Kunden verschaffen und diese letztendlich beurteilen kann. Die persönliche Bonität des Kunden wird in den meisten Fällen durch eine Schufa-Auskunft überprüft.
Sind hier beispielsweise Haftbefehle oder Vollstreckungsbescheide vorhanden, ist das ein sehr negatives Zeichen und spricht für eine schlechte persönliche Bonität des Kunden. Eine schlechte persönliche Bonität ist zwar ein deutliches Negativmerkmal, sagt aber noch nicht unbedingt etwas über die materielle Bonität aus. Diese wird in der Regel anhand von Vermögensaufstellungen und der Einnahmen- und Ausgabenrechnung bewertet. Etwas vereinfacht gesagt kann es in der Praxis durchaus vorkommen, dass die persönliche Bonität des Kunden aufgrund eines Vollstreckungsbescheides in der Schufa und vielleicht auch aufgrund dessen "seltsamen" Auftretens negativ beurteilt wird, die materielle Bonität aber positiv ist. Sollte der Kunde nun zum Beispiel ein Darlehen über 20.000 Euro haben wollen und eine Verpfändung von Sparguthaben im gleichen Wert als Sicherheit anbieten können, kann die persönliche Bonität im Grunde vernachlässigt werden, denn die finanzielle/materielle Bonität ist gegeben und das Ausfallrisiko der Bank liegt durch die hundertprozentige Absicherung des Darlehens bei Null.
In vielen Kreditbereichen profitiert der Kreditnehmer übrigens von einer guten Bonität. Das ist insofern der Fall, als dass nicht wenige Banken den Zinssatz eines Kredites unter anderem eben auch an der Bonität des Kreditnehmers festmachen. So bekommen Kunden mit einer sehr guten Bonität ein Darlehen oftmals wesentlich günstiger als Kunden, die keine gute Bonität aufweisen können. In einem Test war die Spannbreite bei einem bonitätsmäßig sehr guten Kunden und einem schlechteren Kunden sogar bei sieben Prozent Unterschied. So bekam der "gute" Kunde ein Darlehen zu einem Zinssatz von sechs Prozent angeboten, während der "schlechte" Kunden 13 Prozent zahlen sollte (natürlich bei der gleichen Bank), wobei alle anderen Faktoren identisch waren.