Das Hypothekendarlehen

Das Hypothekendarlehen ist in Deutschland die Kreditart, welche am häufigsten im Zusammenhang mit der Finanzierung einer Immobilie genutzt wird. Der Name des Kredites kommt deshalb zustande, weil in früheren Jahren fast ausschließlich eine Hypothek zur Absicherung des Darlehens verwendet wurde, während hier inzwischen die Grundschuld das übliche "Instrument" ist. Auch wenn die meisten Verbraucher nahezu jeden Kredit, der im Zusammenhang mit einer Immobilienfinanzierung steht als Hypothekendarlehen bezeichnen, so trifft diese Bezeichnung fachlich korrekt genutzt auf drei verschiedene Kreditvarianten zu, welche man unter dem Begriff des Hypothekendarlehen zusammenfasst. Andere Bezeichnungen für Hypothekendarlehen sind in der Praxis übrigens Annuitätendarlehen, Immobiliendarlehen oder Baukredit. Heute werden die Hypothekendarlehen sowohl von den Banken als auch von speziellen Realkreditinstituten (Hypothekenbanken) angeboten, und zwar in drei verschiedenen Varianten.

Diese drei Varianten des Hypothekendarlehens werden als Annuitätendarlehen, als Tilgungsdarlehen und als endfälliges Darlehen bezeichnet. In der Praxis wird das Annuitätendarlehen mit Abstand am häufigsten genutzt und stellt daher auch die "übliche" Form des Hypothekendarlehens dar. Kennzeichnend für das Annuitätendarlehen, besonders im Vergleich zu den anderen beiden Varianten des Hypothekendarlehens, ist vor allen Dingen die Tatsache, dass die Tilgung monatlich im Zuge der Kreditraten erfolgt und der Anteil der Tilgung an dieser Gesamtrate nach jeder Tilgungsverrechnung etwas höher wird. Zu Beginn der Nutzung eines Annuitätendarlehens liegt der Anteil der Tilgung an der Gesamtrate meistens bei einem oder bei zwei Prozent, während der Anteil gegen Ende der Darlehenslaufzeit durchaus bei 90 Prozent liegen kann. Bei der zweiten Variante des Hypothekendarlehens, dem Tilgungsdarlehen, ist dieses Verhältnis zwischen Zinsen und Tilgung etwas anders strukturiert. Auch hier besteht die Darlehensrate zwar aus einem Zinsanteil und einem Tilgungsanteil. Allerdings bleibt die Tilgung von der Höhe her stets konstant, was aufgrund des geringer werdenden Zinsanteils natürlich zur Folge hat, dass die Kreditraten im Laufe der Jahre von der Summe her reduziert werden.

Nimmt man also ein Tilgungsdarlehen über einen Zeitraum von beispielsweise zwanzig Jahren auf, dann werden jedes Jahr fünf Prozent des Darlehensschuld getilgt. Die dritte Form von Hypothekendarlehen, das endfällige Darlehen, ist bezüglich der Tilgung noch anders konstruiert. Hier wird die Tilgung nämlich bis zur Fälligkeit des Darlehens "aufgeschoben", sodass der Kreditnehmer die Darlehensschuld an einem Tag bei Fälligkeit in einer Summe begleichen muss. Die Beträge, die man üblicherweise zuvor für die Tilgung des Darlehens verwendet hätte, werden beim endfälligen Darlehen dann zum Beispiel als Beitrag in eine Kapitallebensversicherung eingezahlt. Durch die so angesammelte Kapitalsumme kann dann schließlich die Tilgung des Darlehens erfolgen. Unabhängig davon, um welche Art von Hypothekendarlehen es sich handelt, zählt ein solches Hypothekendarlehen immer zu den langfristigen Darlehen mit Laufzeiten von bis zu 30 Jahren. Zudem sind die Hypothekenzinsen stets auf einem recht niedrigen Niveau im Vergleich zu den Kreditzinsen bei anderen Darlehensarten.