Die Kreditkarten

Auch die verschiedenen am Markt angebotenen Kreditkarten fallen in den Kreditbereich, denn mit Nutzung der Karte nimmt man ebenfalls einen Kredit in Anspruch, wenn auch meistens für einen relativ geringen Zeitraum. Faktisch stellt die Nutzung von Kreditkarten, mit Ausnahme der Prepaid-Kreditkarten, eine Inanspruchnahme eines Kredites dar, wie es beispielsweise auch beim Lieferantenkredit oftmals in der Praxis vorkommt. Auch hier fließt in dem Sinne kein Geld (Kreditbetrag), sondern es handelt sich um ein vereinbartes Zahlungsziel, welches der Zahlungspflichtige ausnutzen kann. Es gibt heute vier verschiedene Kreditkarten Varianten was den Zeitpunkt der Zahlung und die Abrechnungsmethode betrifft, nämlich die "echte" Credit-Card, die Debit-Card, die Charge-Card und die Prepaid-Card. Bei allen genannten Kreditkartenarten, mit Ausnahme der Prepaid-Kreditkarte, kann der Karteninhaber durch das zur Verfügung gestellte Zahlungsziel einen Kreditrahmen nutzen.

Bei der Prepaid-Kreditkarte ist es hingegen so, dass nur über bereits auf dem Konto befindliches Guthaben seitens des Karteninhabers verfügt werden kann. Daher wird die Prepaid Kreditkarte mitunter auch als eine unechte Kreditkarte bezeichnet und kann im Grunde von jedem Kunden genutzt werden, auch wenn kein Einkommen vorhanden ist. Bei der Credit-Card hingegen handelt es sich praktisch um das genaue Gegenteil der Prepaid-Card, nämlich um die "echte" Kreditkarte wie sie ursprünglich konzipiert wurde. Das "Echte" an dieser Kreditkarte ist vor allen Dingen darin begründet, dass es im Grunde keine festen Rückzahlungstermine für in Anspruch genommene Beträge durch Verfügungen gibt. Der Kunde bekommt einen bestimmen Kreditrahmen zur Verfügung gestellt, beispielsweise 10.000 Euro, und innerhalb dieses Rahmens kann er nach Belieben verfügen und es erfolgt auch keine Belastung des Girokontos, sondern nur das "imaginäre" Kreditkartenkonto wird im Soll geführt. Erst dann, wenn der Kreditrahmen von 10.000 Euro ausgeschöpft wurde muss der Kunde wieder etwas Geld "auffüllen" (durch Überweisung vom Girokonto), damit wieder mit der Kreditkarte gezahlt werden kann. Am häufigsten wird heutzutage die dritte Variante der Kreditkarte genutzt, nämlich die so genannte Charge-Card. Auch bei der Charge-Card ist es so, dass dem Karteninhaber ein bestimmter Kreditrahmen zur Verfügung steht. Im Unterschied zur Credit-Card erfolgt hier jedoch automatisch einmal im Monat eine Abrechnung, innerhalb derer das Kreditkartenkonto durch Abbuchung vom Girokonto des Kunden ausgeglichen wird.

Bei der Debit-Card ist das Verfahren ganz ähnlich, nur das nicht monatlich eine Abrechnung erfolgt, sondern offene Beträge innerhalb von wenigen Tagen ausgeglichen werden. Das Prinzip gleicht demnach eher dem Bezahlen mit einer EC-Karte (MaestroCard). Neben der Art der Abrechnung kann man Kreditkarten natürlich noch nach ihren Leistungen unterscheiden. So bieten alle großen Kreditkartenunternehmen wie VISA, MasterCard oder American Express verschiedene Varianten ihrer Kreditkarten an. In der Regel gibt es zum Beispiel eine Standard Kreditkarte, welche zum bargeldlosen Zahlen und zur Verfügung an Geldautomaten genutzt werden kann. Darüber hinaus gibt es noch Gold-, Platin- oder sonstige Premium-Kreditkarte, welche zusätzliche Leistungen beinhalten. Das sind beispielsweise bestimmte Versicherungen (meistens für die Reise nützlich), Rabatte und VIP-Services. Hinsichtlich der Kosten ist bei der Kreditkarte beachtenswert, dass es grundsätzlich drei verschiedene Gebührenarten gibt. Das ist zum einen die Jahresgebühr, zum anderen fallen Gebühren bei Bargeldverfügungen am Geldautomaten (Inland bzw. Ausland) und für das bargeldlose Zahlen an, hier meistens nur im außereuropäischen Ausland.