Der Kreditzins
Für den Kreditgeber ist die Vergabe eines Kredites stets ein ertragreiches Geschäft, da der Kreditnehmer in fast allen Fällen einen Kreditzins für die Überlassung des Kapitals zahlen muss. Generell liegen die Kreditzinsen im Grunde immer über den Guthabenzinsen, die man als Anleger für festverzinsliche Geldanlagen bekommen würde. Beim Kreditzins unterscheidet man zwei Arten, nämlich den Nominalzins und den
Effektivzins. Der Nominalzins gibt den reinen "Nennzinssatz" an, den der Kreditnehmer zu zahlen hat. Im Effektivzins hingegen sind auch Kosten, Gebühren und Tilgungsverrechnungen mit berücksichtigt. Wie hoch der Kreditzins ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.
Zunächst spielt auf jeden Fall eine Rolle, auf welchem Niveau sich die Leitzinsen befinden, denn der Leitzinssatz ist im Grunde der Hauptmaßstab, an dem sich alle Zinsen orientieren. Ist der Leitzins wie zu Beispiel zur Zeit (April 2010) auf einem extrem niedrigen Level, dann sind auch die Kreditzinsen relativ niedrig, auch wenn das nicht uneingeschränkt für jede Kreditart zutrifft. Die Kreditart ist dann auch gleich der zweite Hauptfaktor, der die Höhe vom Kreditzins beeinflusst. Zwischen einer recht günstigen Kreditart, wie zum Beispiel dem
Hypothekendarlehen, und einem sehr teuren Kredit, wie zum Beispiel dem Dispositionskredit, können durchaus Unterschiede im Zinssatz von zehn Prozent bestehen.
Muss man also zum Beispiel für den
Immobilienkredit einen Kreditzins von 3,50 Prozent zahlen, können für die Inanspruchnahme vom Dispokredit durchaus 13,5 Prozent veranschlagt werden. Ein weiteres Unterteilungsmerkmal beim Kreditzins ist, ob der Zinssatz für eine bestimmte Zeit fest vereinbart wird oder sich verändern kann. Der jeweilige Zins wird auch als Festzins bzw. als ein variabler Zins bezeichnet. Im geringeren Umfang und kleineren Rahmen hat auch die Laufzeit des jeweiligen Kredites und die
Bonität des Kreditnehmers einen Einfluss auf die Höhe vom Kreditzins.