Die Laufzeit

Bei einem Kredit gibt es immer mindestens vier Komponenten, aus denen sich die Berechnung und die Modalitäten des Darlehens zusammen setzen. Diese vier Komponenten sind zum einen die Darlehenssumme und der Zinssatz (Zinsen) und zum anderen die Kreditrate und die Laufzeit des Darlehens. Mitunter kommen dann auch noch Bearbeitungsgebühren als fünfte Komponente hinzu. Wenn man eine dieser vier Variablen verändert, ändern sich automatisch auch einige der anderen Komponenten. Die Laufzeit spielt beim Kredit deshalb eine sehr wichtige Rolle, weil im Grunde über die Laufzeit auch die Höhe der Kreditrate festgelegt wird und diese entscheidend dafür ist, ob die Rate auch tragbar ist und der Kredit auf ordnungsgemäße Art und Weise zurück gezahlt werden kann. Generell gibt es bei Krediten keine Grenzen, was die mögliche Laufzeit des Darlehens betrifft, auch wenn sich in der Praxis natürlich für bestimmte Kreditarten feste Spannen die Laufzeit betreffend etabliert haben.

So gibt es beispielsweise Darlehen, welche schon nach 12 Monaten wieder zurück gezahlt werden, es gibt aber ebenso Kredite mit einer Laufzeit von 30 Jahren. Bezüglich der Laufzeit teilt man die Kredite grundsätzlich zunächst einmal in drei Gruppen ein. So gibt es die so genannten kurzfristigen Darlehen, welche in der Regel eine Laufzeit zwischen sechs Monaten und bis zu 24 Monaten haben. Die mittelfristigen Darlehen weisen Laufzeiten zwischen zwei und vier Jahren auf und ab einer Rückzahlungsdauer von über vier Jahren spricht man von einem langfristigen Darlehen. Nahezu alle am Markt angebotenen Kredite haben eine festgelegte und vereinbarte Laufzeit, nur der Dispositionskredit stellt hier eine Ausnahme dar. Beim Dispokredit gibt es nämlich keine vereinbarte Laufzeit, innerhalb welcher der Kontoinhaber den in Anspruch genommenen Betrag wieder ausgleichen muss, sondern der Kreditrahmen steht grundsätzlich zeitlich unbefristet zur Verfügung. Irgendwann muss das Konto natürlich einmal ausgeglichen werden, aber zu welchem Zeitpunkt bleibt dem Kontoinhaber und Kreditnehmer selber überlassen.

Bei allen anderen Darlehen ist es so, dass die Laufzeit begrenzt ist und sich daraus auf der Grundlage der Darlehenssumme und des Zinssatzes dann die zu zahlende Kreditrate ergibt. Besonders im Bereich der Konsumentenkredite haben sich inzwischen bestimmte Standard-Laufzeiten in der Praxis durchgesetzt, die abhängig vom Zinssatz und von der Kreditsumme sind. So wird ein Ratenkredit über eine Summe von 10.000 Euro heute von sehr vielen Banken oftmals mit einer Laufzeit von 36 oder 48 Monaten angeboten weil sich eben in der Vergangenheit gezeigt hat, dass die meisten Kunden bei diesem Darlehensbetrag diese Laufzeit wünschen. Bei einem angenommenen Zinssatz von acht Prozent würde man somit bei einer Laufzeit von 36 Monaten monatlich eine Kreditrate von 344 Euro für 10.000 Euro Darlehensbetrag zahlen müssen. Erweitert man die Laufzeit hingegen auf 48 Monate, so wäre eine Monatsrate von 275 Euro fällig. Insofern lässt sich an diesem Beispiel sehr gut erkennen, inwiefern man mittel Änderung der Laufzeit auch die monatliche Belastung steuern kann.