Der Pfandbrief

In nicht wenigen Fällen ist es im Finanzbereich heutzutage so, dass sich die Grenzen zwischen Produkten aus dem Bereich der Geldanlage und Finanzierungs-Produkten mitunter etwas vermischen bzw. miteinander kombiniert werden können. Das ist zum Beispiel beim endfälligen Darlehen der Fall, welches man mit einer Kapitallebensversicherung kombinieren kann oder auch beim klassischen "Mischprodukt", dem Bausparvertrag, welcher ohnehin aus einer Geldanlage auf der einen Seite und aus einem Darlehen (Bauspardarlehen) auf der anderen Seite besteht. Auch der Pfandbrief hat mehr mit dem Finanzierungsbereich zu tun, als man zunächst meinen könnte. Der Pfandbrief ist zunächst einmal ein festverzinsliches Wertpapier, welches in der Regel an der Börse gehandelt wird. Der Pfandbrief garantiert dem Anleger einen bestimmten Zinssatz und hat zudem aufgrund der Börsennotierung auch einen sich ändernden Kurs.

In den meisten Fällen sind Pfandbriefe langfristige Wertpapiere, deren Laufzeit durchaus bei zehn bis hin zu 20 Jahren liegen kann. Ein vorzeitiger Verkauf ist allerdings jederzeit über die Börse möglich. Was aber hat nun der Pfandbrief mit dem Kreditbereich zu tun? Diese Frage kann man beantworten wenn man sich einmal verdeutlicht, wer Pfandbriefe ausgibt. Der Emittent von Pfandbriefen ist nahezu immer ein so genanntes Realkreditinstitut, auch als Hypothekenbank bekannt. Diese speziellen Kreditinstitute, die vielen Verbrauchern sicherlich erst durch die "Fast-Pleite" der Hypo Real Estate bekannt wurden, denn bei diesem Institut handelt es sich um eine solche Hypothekenbank, wirtschaften im Grunde nur mit zwei Finanzprodukten. Auf der einen Seite sind das Hypothekendarlehen zur Immobilienfinanzierung und auf der anderen Seite eben die Pfandbriefe als Produkt aus dem Bereich Geldanlage. Die Verbindung zwischen Pfandbrief und Hypothekendarlehen kommt nun folgendermaßen zustande. Zunächst gibt die Bank Pfandbriefe heraus, welche von den Anlegern erworben werden können. Die Anleger bekommen dann jährlich Zinsen gutgeschrieben und zwar für das Kapital, welches sie durch den Erwerb der Pfandbriefe der Hypothekenbank zur Verfügung gestellt haben.

Die Hypothekenbank nimmt nun dieses Kapital der Anleger und vergibt dieses als Hypothekendarlehen an Kreditsuchende, die ein Darlehen zur Finanzierung einer Immobilie benötigen. Die Hypothekenbank bekommt selbstverständlich vom Darlehensnehmer Zinsen für den vergebenen Kredit, die über dem Zinssatz liegen, welcher den Anlegern für die Pfandbriefe gezahlt wird. So ergibt sich also der Gewinn der Bank aus der Zinsdifferenz zwischen Pfandbrief und Hypothekendarlehen. Mit dem Kapital, welches der Bank in Form der stetigen Tilgung der vergebenen Darlehen zufließt, können dann auf der anderen Seite die Kapitalsummen an die Erwerber der Pfandbriefe spätestens bei Fälligkeit der Pfandbriefe zurückgezahlt werden. Besichert werden die vergebenen Darlehen stets mit erstrangigen Grundschulden, sodass Pfandbriefe im Allgemeinen als sehr sichere Anlagen gelten, weil ein Gegenwert in Form der finanzierten Immobilie vorhanden ist.