Der Privatkredit
Eine große Einteilung im Kreditbereich nehmen alle Banken dorthin gehend vor, ob Kredite für Privatkunden oder für Geschäftskunden bestimmt sind. Manche Banken bieten sogar ausschließlich Finanzierungen für Privatpersonen oder für Unternehmen und Gewerbetreibende an. Immer wenn Kredite für Privatkunden bestimmt sind, also demnach für Privatpersonen und nicht für juristische Personen, wird von den Banken oftmals auch der Begriff
Privatkredit benutzt. Allerdings gibt es aufgrund der häufigen Nutzung des Begriffes inzwischen das Problem, dass der Begriff Privatkredit inzwischen drei verschiedene Bedeutungen haben kann bzw. etwas Unterschiedliches darunter verstanden wird. Manche Banken bezeichnen zum Beispiel alle Kredite an Privatkunden pauschal als einen Privatkredit. In diesem Fall sind also zum Beispiel
Dispositionskredite, Ratenkredite und Immobilienkredite allesamt Privatkredite.
Andere Banken hingegen bezeichnen nur solche Kredite als Privatkredite, die an besonders gute Kunden vergeben werden. Der Privatkredit ist also in dem Fall ein Darlehen, welches an privilegierte Kunden vergeben wird, die von der Bank als besonders kreditwürdig angesehen werden oder ohnehin aufgrund der gesamten Geschäftsbeziehung als besonders gute Kunden eingestuft werden. Die dritte Verständnis-Variante der Privatkredite ist der so genannte "echte" Privatkredit. Was versteht man genau unter einem "echten" Privatkredit? Zum besseren Verständnis kann zunächst einmal angeführt werden, dass die ursprünglichste Kreditart im Grunde der Kredit ist, der von einer Privatperson an eine andere Privatperson vergeben wird. Vor einigen Jahrhunderten gab es noch keine Banken, sodass sich die Bürger untereinander Geld geliehen haben. Aufgrund dieser Tatsache ist mit dem "echten" Privatkredit gemeint, dass das
Darlehen ohne Einbeziehung der Banken vergeben wird.
Der "echte" Privatkredit ist mittlerweile auch unter der Bezeichnung Kredit von Privat an Privat bekannt. Ein solcher Privatkredit wird demnach von einer Privatperson an eine – meistens unbekannte – andere Privatperson vergeben. Beide Personen, also Kreditsuchender und Kreditgeber, finden sich in der Regel über eine Plattform im Internet, die sich zum Ziel gesetzt hat, solche Privatkredite zu "vermitteln". Vom weiteren Ablauf her ist es dann so, dass sich Kreditsuchender und Kreditgeber aufgrund recht einheitlicher Vorstelllungen was Darlehenssumme und Zinssatz angeht "finden" und einen rechtsgültigen
Kreditvertrag abschließen. Für den Darlehensgeber hat diese Art der Kreditvergabe den Vorteil, dass er eine bessere Rendite erzielen kann, als wenn er sein Kapital in sichere Geldanlagen investiert. Für den Kreditnehmer besteht der Vorteil auf der anderen Seite darin, dass er meistens günstigere Kreditkonditionen als bei der Bank erhält.