Der Kredit für Arbeitslose
Eine relativ neue Form von Darlehen, welches ebenfalls in den Bereich Personenkredite fällt, ist der Kredit für Arbeitslose. Generell ist dieser Kredit natürlich auch "offen" für Personen, die einer regelmäßigen Tätigkeit nachgehen, aber aufgrund der relativ schlechten Konditionen im Vergleich zu den gewöhnlichen Ratenkrediten wird im Grunde kein Arbeitnehmer freiwillig einen Kredit für Arbeitslose nutzen wollen. Sicherlich ist es für viele Verbraucher ohnehin relativ fragwürdig, warum man überhaupt ein Darlehen bekommen kann, wenn man arbeitslos ist. Die Maßstäbe, wann man einen solchen Kredit bekommen kann, sind auch unter den Banken relativ unterschiedlich. Manchen Banken vergeben den Kredit für Arbeitslose von der Laufzeit her maximal bis zu dem Zeitpunkt, wenn der Bezug des Arbeitslosengeldes I endet.
Daher kann die Laufzeit also maximal 18 Monate betragen, wenn man den Kredit direkt nach Beginn der Arbeitslosigkeit in Anspruch nimmt. Andere Banken hingegen weiten die mögliche Laufzeit auch aus, die sich dann in der Praxis bis in den Bezug von Arbeitslosengeld II, auch unter dem Begriff Hartz4 bekannt, erstrecken kann. Bezüglich der maximalen Laufzeit muss man eine ganz deutliche Risikoabstufung vornehmen, denn natürlich ist das Kreditausfallrisiko erheblich höher, wenn das Darlehen noch innerhalb eines Zeitrums läuft, wo der Kreditnehmer bereits Hartz4 bezieht, als wenn die Fälligkeit des Darlehens spätestens an dem Zeitpunkt liegt, wo der Bezug des Arbeitslosengeldes endet. Bis zu diesem Zeitpunkt jedoch kann der Kredit für Arbeitslose sogar als relativ gut abgesichert gelten, denn der Bezug von Arbeitslosengeld als Minimum steht für den jeweiligen Zeitraum fest, es sei denn natürlich, der Kunde verhält sich fehlerhaft, sodass der Bezug von der Bundesagentur für Arbeit gekürzt wird (Sperrzeit etc.). Vom Grundsatz her spricht aber nichts dagegen, dass auch Arbeitslose ein Darlehen bekommen können. Man darf hier nicht verwechseln, dass arbeitslos nicht bedeutet, dass man kein Einkommen erzielt, sondern dieses Einkommen ist lediglich im Vergleich zum vorherigen Einkommen um rund 35 Prozent reduziert.
Wer also beispielsweise als Arbeitnehmer 3.000 Euro netto im Monat verdient hat und nun als Arbeitslosengeld-Empfänger "nur noch" mit rund 2.000 Euro auskommen muss, kann oftmals dennoch ohne größere Probleme, trotz Arbeitslosigkeit, ein Darlehen zurück zahlen. Kritisch wird es erst zu dem Zeitpunkt, wo das Arbeitslosengeld I endet und man nur noch Hartz4 erhält, denn dann dürfte im Normalfall kein finanzieller Spielraum mehr vorhanden sein, um Darlehensraten zahlen zu können. Von den Konditionen her ist es beim Kredit für Arbeitslose als Personenkredit so, dass die Zinssätze normalerweise höher sind als beim sonstigen Ratenkredit. Hier kommt natürlich wieder das erhöhte Risiko zum Tragen, zumal man von einem arbeitslosen Kreditnehmer im Grunde auch nur selten Sicherheiten erwarten kann, die der Kreditgeber nutzen könnte. Die mögliche Darlehenssumme ist wiederum abhängig von der Höhe des Arbeitslosengeldes und den festen Ausgaben im Bezug dazu. Bei der Laufzeit gibt es wie zuvor erwähnt zwei Varianten, in der Regel endet das Darlehens spätestens nach 18 Monaten, was sich natürlich dann automatisch begrenzend auf die mögliche Kreditsumme auswirkt, denn man kann ein Darlehen über 10.000 Euro natürlich kaum in einem Jahr zurück zahlen.